25 Februar
Posted by Nicole & Andreas
Was fuer eine Woche. Wer haette das gedacht, das nach dem 4 September 2009 noch mals solch ein starkes Nachbeben passiert. Wir haben in Rolleston, was ca. 20km suedlich von Christchurch liegt, nur ein leichtes Beben gespuert. Wir spuerten das dieses Beben immer staeker wurde und ungewoehnlich lange andauerte. Auch war zu spueren das die Bewegung horizontal war, was um einiges schlimmer war als das Beben am 4 September. Nachdem das Beben endete, kam ca. 5-10 min. noch mals ein weiteres starkes Nachbeben. Da es Mittagszeit war fuhren wir zum Supermarkt und kauften was zu essen. Die Schaeden im Supermarkt waren minimal, es fielen nur ein paar Flaschen um.
Daher dachten wir das es normales Erbeben war. Seit dem 4 September bis heute hatten wir 5056 Nachbeben. Einen Eindruck erhaelt man auf der Seite http://www.christchurchquakemap.co.nz/.
Nachdem wir wieder auf der Arbeit ankamen, sahen wir die ersten Bilder aus dem City Center. Und diese waren erschreckend. Die Stadt ist in Truemmern. Die Wahrzeichen der Stadt, wie z.b. die Kirche am Cathedral Square, hatte starke Schaeden erlitten. Es war ganz klar, dieses mal sind wir nicht mit einem blauen Augen davon gekommen. Die Anzahl der Toten wird hoch sein. Das Beben fand um die Mittagszeit statt, auch hat es an diesem Tag geregnet.
Das Nachbeben der Staerke 6.3 passierte um 12:51 am 22.02.11 in einer Tiefe von gerade mal 5 km. Das erste Beben am 4.9. was um 4:35 passierte hatte eine Staerke von 7.3 und war in einer Tiefe von 33 km. Die Bewegung des Beben vor 2 Tage war mehr horizontal und daher um einiges schlimmer was die Schaeden betrifft.
Arbeiten war nicht mehr moeglich und wir schauten alle zusammen Nachrichten. Wir konnten es nicht glauben was gerade 20km noerdlich von uns passiert. Wir versuchten Freunde zu erreichen um zu erfahren ob alles ok ist. Aber die Leitungen war down. Gluecklicherweise bekamen wir am spaeten Nachmittag die Meldung das Sie wohl auf waren.
Kurze Zeit danach fuhren wir zum Supermarkt und kauften etwas zum Essen ein und brachten Wasser zu unseren Freunden in die Stadt. In einigen Teilen der Stadt ist immer noch kein Wasser und Strom vorhanden. Den ganzen Tag waren Nachbeben in regelmaessigen Abstaenden zu spueren.
Die Nachrichten zeigten das viele Menschen, besonders vielen Besucher der Stadt keine Unterkunft haben fuer die Nacht. Daher fuhren Volkmar und ich in die Stadt und brachten 5 Personen nach Rolleston um dort ein warmes Dach unter dem Kopf zu haben. Da wir und Nicolas und Katharina noch weitere Schlafplaetze anbieten konnten, fuhren wir nochmals in die Stadt und bieteten weiteren 7 Personen ein Schlafplatz an fuer die Nacht. Natuerlich waren die Personen mehr als gluecklich, nach so einem Tag ein sicheren und warmen Platz zu haben. Gegen 3 Uhr gingen wir dann ins Bett und schliefen bei uns zuhause mit ingesamt 6 Personen.
Am naechsten Tag traffen wir uns gegen 8.30 auf der Arbeit und den Tag zu organisieren. Ich war zuvor schon auf der Tankstelle, wo ich ca. 30 - 45 min gewartet habe um das Auto aufzutanken. Also der Panikauf der Leute ist extrem, die Warteschlangen an den Tankstellen und Supermaerkten waren lang und Wartezeiten von 2 Stunden keine Seltenheit.
Gluecklickerweise war der Airport wieder im Gange und es wurden Fluege aus Christchurch nach Wellington angeboten. Das Ziel war soviel Personen aus Christchurch rauszubekomen um sich auf die Search and Rescue konzentrieren zu koennen. Es waren immer noch viele Personen unter den Truemmern eingeschlossen. Um 10.30 fuhr ich dann die 5 Personen aus Englang zur Burnside High School, von wo Sie dann ein Flug nach Wellington erhielten. Auf dem Rueckweg nahm ich noch ein aelteres Ehepaar aus Australien mit. Sie hatten all Ihre Paesse im Hotel gelassen und nach dem Beben war keine Chance mehr daran zu kommen. Angekommen auf der Arbeit wurde der Rest des Tages geplant. Volkmar fuhr gegen 16 Uhr mit allen Personen zu einem Kaffee raus und es war etwas Ruhe eingekehrt. Abends traffen wir uns dann zum gemeinsamen Essen.
Am naechsten Tag fuhren wir dann vier weitere Personen direkt zum Airport und Sie bekamen ein Flug raus aus Christchurch. Am gleichen Tag brachten wir ein 6 Bett Wohnmobile zur Freunden von Volkmar die in Sumner lebten, was ca. 4-5 km von Zentrum war. Die Schaeden waren sehr hoch. Hierbei schoss ich auch ein paar Bilder.
Gegen Nachmittag waren wir nochmals bei unseren Freunden in der Stadt um zu sehen wir es Ihnen geht. Strom war wieder da, aber noch kein Wasser. Wir halfen Ihnen etwas am Haus und hatten immer wieder recht starke Nachbeben. In der Nachrichten bekamen wir mit das in Rolleston das Community Center 1000 Personen eine Unterkunft anbieten, daher haben wir uns als freiwillige Helfer angeboten. Momentan sind sie gut organisiert, aber sie haben unsere Nummer und wir helfen gerne jederzeit…. Das wird nun gebraucht.
Wenn jemand von zuhause helfen moechte, sind natuerlich spenden herzlich willkommen. Auf der Webseite http://www.redcross.org.nz/donate kann dies vollzogen werden.
Hier ein paar Eindruecke aus Sumner und City:
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=191378624230277&set=a.191378597563613.48547.100000744234838&ref=nf

Am 27. Februar 2011 um 11:42 Uhr
Hallo,
bin Gott so dankbar das es euch gut geht.
Freue mich wenn ich euch im April sehe und euch ganz fest umarmen
kann.
Liebe euch
Mama
Am 28. Februar 2011 um 09:02 Uhr
Hallo Ihr beiden,
ich kann mich Mama nur anschließen - wir sind überglücklich und dankbar, dass es Euch gut geht!!!
Wirklich Wahnsinn, was hier nochmal passiert ist - haben es in den Nachrichten verfolgen und sehen können…einfach unglaublich. Und schlimm das es die Menschen dort dieses mal so hart getroffen hat…man selbst kann sich gar nicht vorstellen, was Ihr, Eure Lieben und alle anderen im Moment erleben.
Wir sind bei Euch und denken an Euch!
Viele Grüße an Euch!!!